Hellas!


Gestern hatte ich noch schnell Hackfleisch besorgt, da ich am heutigen Feiertag ja auch irgendwas essen muss. Normalerweise hätte ich mir wahrscheinlich wieder irgendeine Pastasosse zusammengerührt, aber irgendwie hatte ich darauf heute keinen Appetit. Fleischpflanzerl vielleicht? Neee auch ned!

Dann sah ich auf meinem Wohnzimmertisch die Kochbücher, die ich letzten Sonntag beim Bücherbasar ergattert hatte und nahm mir das kleine unscheinbare griechische Kochbüchlein zur Hand und blätterte darin herum...

Das Buch " Das beste Kochbuch der griechischen Küche" von Chrissa Paradissis wurde übrigens erstmals im Jahre 1978 von der Efstathiadis Group veröffentlicht (der Jahrgang kann ja nur gut sein *g*).


Was mir an diesem Buch besonders gut gefällt ist, dass hier noch ohne Schnickschnack gekocht wird und die traditionellen Rezepte nicht verwurschtelt wurden.

Wusste Ihr eigentlich das die griechische Küche zu den ältesten in Europa gehört? Bereits über 25 Jahrhunderte gibt es sie schon und während damals die anderen "primitiven" Einwohner Europas das Kochen, außer gebratenem Fleisch, überhaupt noch nicht kannten, verstanden die Griechen bereits sehr viel von der Kochkunst. Schon damals wurden verschiedene Gewürze gemischt und kombiniert um kräftige Gerichte zuzubereiten. Somit wurden später auch viele Zubereitungsmethoden von den Türken und Italienern übernommen.

In diesem Buch findet man noch viele weitere interessante Details zu Geschichte der griechischen Küche, wer also mehr erfahren möchte, sollte sich dieses Büchlein besorgen. Also beim nächsten Flohmarktbesuch die Augen offen halten, denn das Buch ist wirklich ein kleiner Schatz.

Folgende Kategorien sind in diesem Buch zu finden:
  • Vorspeisen
  • Salate
  • Saucen und Würze
  • Teig-Pasteten
  • Eierspeisen
  • Reis und Teigwaren
  • Die Suppen
  • Fische, Schalentiere und Mollusken
  • Fleischspeisen
  • Speisen aus Hackfleisch
  • Geflügel und Wild
  • Gemüse
  • Desserts und Süßigkeiten
  • Patisserie
  • Eingemachtes und Konserven

Da ich ja mein Hackfleisch verarbeiten wollte, suchte ich gezielt nach den passenden Gerichten und entschied mich für Gefüllte Tomaten - Tomates yemistes me kima


































Das Originalrezept reicht für ca. 5-6 Personen, ich habe die Mengen entsprechend angepasst und anstatt von Reis, griechische Nudeln (Kritharaki) verwendet, aber auch nur da ich nicht mal normalen Reis da hatte.... Risottoreis, Milchreis, Schwarzen Reis usw. alles da, nur kein normaler....... war ja mal wieder typisch! Aber auch die Variante mit den Nudeln fand ich sehr lecker.

Zutaten:
(die Mengenangaben der Zutaten haben mich teilweise etwas verwirrt, ich hab das dann einfach frei Schnauze nach Gefühl abgemessen)

10-12 mittelgroße Tomaten
2 Suppenlöffel Zucker
1 Tasse Butter
1 Zwiebel
1 1/4 Pfund Hackfleisch  (die Angabe fand ich am besten.. *g*)
1/2 Tasse Reis (oder griechische Nudeln)
Frische Petersilie (ich hab frischen Thymian genommen)
Salz, Pfeffer
Zimt

Zubereitung:

Zuerst schneidet man von den Tomaten den Deckel hab und legt diesen beiseite. Nun die Tomaten mit einem Teelöffel aushöhlen und das Fruchtfleisch durch ein Sieb streifen und den "Tomatensaft" auffangen.

Die ausgehöhlten Tomaten in eine Auflaufform setzen und in jede Tomate etwas Zucker einstreuen.

Zwiebel klein würfeln und in etwas Butter anbraten. Nun das Hackfleisch dazugeben und einige Minuten braten lassen. Jetzt gibt man den Reis (Nudeln), den "Tomatensaft" und die Kräuter und Gewürze dazu und verrührt alles miteinander. Deckel drauf und bei niedriger Stufe ca. 10 Minuten köcheln lassen.

Die Hackfleisch masse etwas abkühlen lassen und damit dann die Tomaten füllen. Die Deckel auf die Tomaten setzen (Ich hab noch ein paar Tropfen Olivenöl darüber verteilt) und im vorgeheiztem Backofen bei ca. 180°C  etwa 20 Minuten backen lassen.


Die gefüllten Tomaten kann ich mir auch super gut zu einer sommerlichen Grillparty vorstellen, aber probiert es doch einfach selbst aus. Ich werde jetzt noch ein bisschen weiter in dem Kochbüchlein stöbern und wer weiß, vielleicht gibt es schon bald eine Fortsetzung, denn ich liebe die griechische Küche! (außer den Ouzo danach! *würg*)

****

Ich wünsch Euch allen noch einen schönen Restfeiertag :-)

P.S. Immer wenn ich Hellas! höre, muss ich automatisch an Dimitri aus dem Schuh des Manitu denken *lach* - einfach köstlich!


Kommentare:

  1. mmmh wirklich lecker, da kommt sofort wieder Urlaubsfeeling auf. Letztes Jahr auf Kos haben wir das auch gegessen - war lediglich Oregano als Gewürz drin. Muss ich auch mal demnächst machen :-)

    AntwortenLöschen
  2. Kali orexi, liebe Alice!
    Und mit den Mengenangaben bei griechischer Hausmannskost ist das immer so eine Sache... Meine griechische Schwiegermama kocht auch frei nach Schnauze, immer wenn ich sie frage wieviel sie von einer Zutat an z.B. Moussaka gibt, sagt sie sowas wie "naja, das sieht man doch!" Aaaaaaha. :-)
    "Hellaaaas" rufen der griechische Gatte und ich uns auch immer am Telefon zu, und zwar aus genau dem gleich Grund - dem Schuh des Manitou-Film! (der allerbeste Bully-Film, wenn man mich fragt!)

    Liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
  3. Ha, das Buch kenne ich doch! Steht schon so lange ich denken kann im elterlichen Bücherregal, mein Vater kocht schon seit Jahrzehnten mit dem Buch. Mein Griechisch reicht gerade noch für die Zutatenlisten, bei manchen Anweisungen komme ich leider schon ins Schleudern. Gut zu wissen, dass ich es vielleicht mal auf Deutsch kaufen kann.

    AntwortenLöschen
  4. @Sandra: Das ist wirklich ein Essen wie im Urlaub *seufz* - ich will weg!

    @Katharina: Das mit den Mengenangaben ist da wirklich so ne Sache - einfach auf gut Glück ... aber es hat ja funktioniert :) Ich finde den Schuh des Manitu auch am besten, obwohl Traumschiff Surprise auch nicht ganz so schlecht ist *g*

    @Tina: Das Buch lohnt sich meiner Meinung nach echt, aber ich glaub das findet man im normalen Buchhandel gar nicht mehr so einfach :(

    AntwortenLöschen
  5. Hihi, das Kochbuch kenne ich doch aus meiner Jugend bei meinen Eltern ;-) Muss ich Mal einen Blick rein werfen, wenn ich das nächste Mal bei meinen Eltern bin.

    AntwortenLöschen
  6. Lustig, die Assoziation mit dem Dimitri hab ich auch immer. Und An ein T-Shirt mit Sagengestalten, wo auch HELLAS auf griechisch draufstand.

    AntwortenLöschen